Traumziele
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0.5 Dec 2019
Returning Series

Overview

Obertitel für Reisedokumentationen im SWR, die das Publikum rund um den Globus entführen.

German
E1

Fjorde, Nordkap und Polarlicht – Norwegens legendäre Hurtigruten

Sie gilt als die schönste Seereise der Welt: Eine Fahrt entlang der norwegischen Fjordküste auf den Hurtigruten. Seit mehr als 125 Jahren verbinden die legendären Postschiffe die Küstenstädte und Dörfer an Norwegens zerklüfteter Küste. Elf Schiffe sind noch heute täglich im Einsatz, um Touristen, Pendler und Fracht vom Süden Norwegens bis hinauf in die Barentssee zu transportieren. Eine beliebte Möglichkeit, entlang der spektakulären Westküste Norwegens zu reisen. Für Pauschaltouristen, aber auch für Pendler oder Touristen, die einfach ein Stück auf der berühmten Strecke mitfahren wollen. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Hurtigruten die Lebensader Norwegens. Start ist in Bergen in Südnorwegen. Die Reise führt über 2500 km die gesamte Küste hinauf – bis nach Kirkenes an der Barentssee. Über den Polarkreis hinweg, über die Lofoten, am Nordkap vorbei. Mit spektakulären Ausblicken auf die Fjorde und Inseln der norwegischen Küstenwelt. Auf der Strecke liegen 34 Häfen – die malerischen Städte und Ortschaften an Norwegens West- und Nordküste kann man sich als Passagier gelegentlich nur vom Schiff aus anschauen. Der straffe Linienfahrplan gestattet nicht immer Landgänge. Die Hurtigruten sind eben keine Kreuzfahrtschiffe, sondern Linienschiffe. Sie fahren täglich und in der Regel pünktlich – auch zurück. Im Winter geht die Reise mit dem Schiff südwärts. So hell der Sommer, so dunkel, gelegentlich auch düster und rau, geht es auf der Winterpassage zu. Die meisten Passagiere stört das nicht – sie warten mit großen Kameras auf den Höhepunkt der Winterreise – das Polarlicht. Und sie werden nicht enttäuscht. Wer einmal das Polarlicht beobachten durfte, wundert sich nicht über die mystischen Geschichten der Sami, der Ureinwohner Skandinaviens. Norwegens Hurtigruten – eine spektakuläre Seereise im Sommer wie im Winter.

Apr 11, 2021 88m
E2

Attraktion Allgäu: Seele des Südens

Es hat keine amtlich festgelegten Grenzen. Baden-Württemberg und Bayern. Alemannisch und Schwäbisch. Flachland und Alpenregion. Hier thronen das Märchenschloss Neuschwanstein und das Barockkloster Ottobeuren, dennoch war die Region lange Zeit arm. Ihr wahrer Schatz war stets die Natur. Das Allgäu ist die Seele des Südens – und einer der malerischsten Landstriche Deutschlands: sanft hügelig, mit blühenden Wiesen, sattem Grün, braunen Kühen und tiefblauen Seen, im Hintergrund die Berge. Das Leben im Allgäu war geprägt von Einfachheit und Härte, womit manche noch heute den eigenwilligen Charakter der Allgäuer*innen zu erklären versuchen. Sie gelten als eigensinnig und verschlossen, aber auch als schlitzohrig und geschäftstüchtig. Das Allgäu ist das Land der „Mächeler“, die mit großem Improvisationstalent ihr „Ding“ durchziehen. Gibt es ein Allgäuer „Lebensgefühl“? Wie prägt die Landschaft die Mentalität der Menschen? Diesen Fragen geht die Doku fernab von gängigen Heimatklischees nach. Mit der Sturheit ihrer Vorfahrinnen und Vorfahren boxen junge Allgäuer*innen heute Umweltschutzprojekte durch oder stellen Startups auf die Beine. So wie Martin Säckl, Raphael Vogler und Simon Abele. An den von ihnen organisierten Allgäu-weiten Aufräumtagen holen hunderte Mitstreiter*innen tonnenweise Plastikmüll aus den Alpen. Oder Angelika Jürgens, die ein Unternehmen mit zwanzig Mitarbeiter*innen schuf und zwar, weil ihr eines Tages ein Bienenschwarm zuflog. Die Doku erkundet ein Allgäu, das bevölkert wird von Künstler*innen und Alphirten, von Schmetterlingsforscher*innen und Käseliebhaber*innen, ein Allgäu zwischen Güllefass und „think tank“, in dem die Menschen mit großem Engagement die Zukunft zu gestalten. Gemäß dem alten Allgäuer Motto: lond it luck! (lasst nicht locker)

Apr 18, 2021 89m
E3

Unsere Tausender im Südwesten

Wie viele Tausender gibt es im Schwarzwald? Fünf oder zehn oder 20? Fast niemand weiß es. Sage und schreibe 102 Gipfel sind es, die im Südwesten die 1.000-Höhenmeter-Marke überragen – 102 Tausender, von denen jeder seinen eigenen Reiz und seine eigene Geschichte hat. Rund 20 der interessantesten Gipfelgeschichten stellt diese SWR Dokumentation von Autor Harold Woetzel vor. Obwohl der Schwarzwald ein Mittelgebirge ist, ist in seinen höchsten Lagen nichts mehr „mittel“. Die Gipfel unterscheiden sich oft nur wenig von ihren höheren Pendants in den Alpen. So findet man im Schwarzwald Klettergebiete mit respektablen Schwierigkeitsgraden und atemberaubende Schluchten. Immer wieder kommt es zu Felsstürzen und Lawinenabgängen. Alpenenzian und Gams fühlen sich hier zu Hause und auch die Schwarzwaldmythen sind kaum weniger exotisch als die der Alpen. Auch in der Zeitgeschichte spielten viele dieser Berge eine wichtige Rolle – ob in den Bauernkriegen, während der Badischen Revolution oder in den beiden Weltkriegen: Stets waren die Schwarzwaldhöhen und -täler von großer strategischer Bedeutung. Zu jedem der porträtierten Tausender erzählt die SWR Dokumentation eine „Berg-Story“, die ihn von den anderen abhebt: So haben sie – wie der Feldberg mit seiner „Enzianplage“ – eine ungewöhnliche Flora. Oder sie spielten – wie die Hornisgrinde mit ihren Westwallbunkern oder der Kniebis mit seinem „Führerhauptquartier Tannenberg“ – eine wichtige Rolle in der Militärgeschichte. Sie sind in vorgeschichtlicher Zeit – wie der Belchen – Teil eines gigantischen Steinzeitkalenders gewesen. Sie waren – wie die Weißtannenhöhe oder der Schauinsland – Schauplatz brutaler Verbrechen bzw. tragischer Unglücke oder – wie der Kandelfelsen – Ort von Mythen und unausrottbarem Hexenglauben.

Apr 25, 2021 89m
E4

Abenteuer Alpen: Eine historische Bergtour mit Reinhold Messner

150 Jahre Alpengeschichte – eine dramatische Erzählung um Eroberung, Wagemut, Auslöschung und Überlebenswillen Ein Film von Philipp Engel Warum gehen Menschen in die Berge? Was macht die Faszination dieser Landschaft aus? Der Film begibt sich gemeinsam mit der Bergsteiger-Legende Reinhold Messner auf die Suche nach Antworten, auf eine ungewöhnliche Abenteuerreise durch die alpine Geschichte. Am Matterhorn erzählt Messner von der sagenhaften Erstbesteigung des Viertausenders vor 150 Jahren: ein Wettlauf zweier Freunde auf Leben und Tod. In Südtirol trifft Reinhold Messner seinen Freund Alexander Huber, einen der besten Freeclimber der Welt. Gemeinsam folgen sie den Spuren des legendären Bergsteigers Paul Preuß, dessen Leistungen in den 1930er Jahren aus den Gipfelbüchern getilgt wurden, weil er Jude war. Huber steigt eine historische Preuß-Route nach – wie der damals ohne jede Sicherung. Hundert Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg die Alpen erreichte und aus Bergsteigern Soldaten wurden. Messner führt in eisige Felskavernen, wo die Alpensoldaten den Winter überstehen mussten. In der Eiger Nordwand erzählt er von Heinrich Harrer, dem mit seiner Seilschaft 1938 die Durchsteigung der eisigen Wetterseite des Eiger gelingt. Harrer ist ein Held, und er lässt sich feiern von den Nationalsozialisten – ein Kamerad, der den Tod nicht fürchtet, ein Vorbild für den geplanten Krieg. Aber auch dem Wanderer erschließen sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Berge immer mehr. Tonnen von Steinen werden hinauf geschleppt, Hütten und Seilbahnen gebaut. Wie die Wege angelegt wurden und welch grandiose Landschaften sich dadurch eröffneten, zeigen eindrucksvolle Bilder aus der Luft. Aber Messner erzählt die Geschichte der Alpenhütten auch als eine von Ausgrenzung und Intoleranz. Der Antisemitismus nistet sich früher als anderswo in den Alpen ein. Die Schutzhütten, die sie selbst mit gebaut haben, dürfen Juden bald nicht mehr betreten. Dennoch können einige gerade in den Alpen ihr

May 2, 2021 88m
E5

Der Pfälzerwald rund ums Jahr

Der Pfälzerwald ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet und bildet mit den Nordvogesen ein grenzüberschreitendes UNESCO-Biosphärenreservat – Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Im Wechsel der Jahreszeiten begleitet die SWR Doku Menschen, die den Wert naturnahen Handelns erkannt haben und für den Erhalt der Natur kämpfen. Bizarre Fels-Formationen aus Buntsandstein und ein Jahrhunderte alter Baumbestand prägen die Landschaft. Der nährstoffarme Sandsteinboden trägt dazu bei, dass Eichen langsam wachsen und ihr Holz besonders hart und dichtporig ist. Förster Burkhard Steckel ist Herr über das „Millionenviertel“, in dem die teuersten Eichen Deutschlands gedeihen. Manch ein Stamm erzielt bei der jährlichen Holz-Versteigerung mehr als 10.000 Euro. In Fässern aus Pfälzer Eiche lässt Winzerfamilie John ihren Wein reifen. Ihre köstlichen Tropfen profitieren vom Klima am Rande des Pfälzerwaldes und zählen zu Deutschlands Spitzenweinen. Für Aufsehen sorgt ein Projekt zur Wiederansiedlung des Luchses. Das Raubtier galt im Pfälzerwald lange als ausgestorben. Michael Back, der Großkarnivoren-Beauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, bringt immer wieder Luchse aus der Slowakei und der Schweiz in den Pfälzerwald. In den Nordvogesen setzt das Biosphärenreservat schottische Hochlandrinder zur Landschaftspflege ein. Die Tiere sollen verhindern, dass der Wald überhandnimmt und freie Flächen zuwachsen. Denn sogenannte Offenlandbiotope sind Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Als Quelle der Inspiration dient der Pfälzerwald den Schülerinnen und Schülern der renommierten Deutschen Schuhfachschule in Pirmasens. Sie zählen zu einer Generation von jungen Kreativen, die der Kleinstadt neuen Glanz verleihen wollen. Einst galt sie als bedeutendste Schuhmetropole Deutschlands.

May 9, 2021 89m
E6

Von Südtirol an die Adria – Entlang der Etsch

Die Etsch ist der zweitlängste Fluss Italiens und markiert für viele Reisende den Weg von den Alpen gen Süden. Sie entspringt in Südtirol, fließt durch das Trentino und Venetien und mündet südlich der Lagune von Venedig in die Adria. Die SWR Dokumentation von Susanne Gebhardt folgt dem Flusslauf und begleitet eine Kanutin, die von Südtirol bis zur Mündung paddelt. Unterwegs trifft sie Menschen, die am Fluss leben und in ihrer Heimat fest verwurzelt sind. Luftaufnahmen setzen die abwechslungsreiche Landschaft in Szene. Zum Großteil ist die Etsch von majestätischen Bergen flankiert. Ihr Oberlauf führt durch den Vinschgau, eines der trockensten Täler der Alpen, das vom Apfelanbau geprägt ist und sich im Frühjahr in ein Blütenmeer verwandelt. Die Bäuerinnen und Bauern nutzen das Wasser der Etsch, um die Blüten vor Frost zu schützen. Zahlreiche Stromkraftwerke säumen den Fluss. Die meisten wurden in der Zeit des Faschismus gebaut, als Mussolini Südtirol italienisieren wollte. Der Fluss passiert traditionsreiche Städte, wie die Kurstadt Meran oder Südtirols Provinzhauptstadt Bozen, in der sich deutsche und italienische Kultur mischen. Auf einem Felsen hoch über der Etsch thront Schloss Sigmundskron, das als Symbol für Südtirols Autonomiebewegung gilt. 1957 fand in der Burganlage die größte Protestkundgebung in der Geschichte der Provinz statt. Die Etsch gibt einem Hochplateau seinen Namen, dem Überetsch, das für seine Burgen und Ansitze bekannt ist. Heute werde die Ansitze oft als Filmkulisse genutzt, etwa für die ARD-Serie „Bozen-Krimi“. In Verona verläuft die Etsch in einer großen Schleife um die Altstadt, die zum Unesco-Welterbe zählt. Berühmt ist die Arena aus römischer Zeit, in der jeden Sommer die Opernfestspiele stattfinden. Autorin Susanne Gebhardt blickt hinter die Kulissen einer Aida-Aufführung und begleitet drei unterschiedliche Gewerke: eine Maskenbildnerin, eine Bühnenarbeiterin und einen Pferdetrainer. Um Verona vor Überschwemmungen zu schützen, werden die W

May 16, 2021 89m
E7

Seenflimmern: Der Chiemsee

Florian Lex wollte nie weg von der Fraueninsel. Schon als Junge liebte er es, auf den Chiemsee hinauszufahren, um zu fischen. Heute führt er die Fischerei Lex in der achten Generation. Für ihn ist ein Tag dann gelungen, wenn er morgens um fünf Uhr den Fang einholen und am Nachmittag seinem Lieblingssport Kitesurfen nachgehen kann. Der führte ihn schon um die ganze Welt, doch am schönste findet Florian Flex es trotzdem auf dem Chiemsee. Wo König Ludwig II. ein Abbild von Schloss Versailles schaffen wollte, unzugänglich und den Blicken der Öffentlichkeit entzogen, lebt und arbeitet Jakob Nein, ein Landschaftsgärtner, Jäger und Naturmensch. Er ist verantwortlich für den Wald, die Wiesen und die rund 60.000 Freilandblumen, die allein den Schlosspark auf Herrenchiemsee schmücken. Jakob Nein mag es, die Elemente Erde und Wasser täglich zu spüren. Er hat sich daran gewöhnt, dass er nicht einfach mal so von der Insel wegkommt. Das Wasser bildet die Barriere. Wenn die Touristinnen und Touristen weg sind und Stille herrscht, dann hat er „seine Insel“ ganz für sich. Für die Biologin Katharina Stöckl und ihr Team ist der See Forschungsobjekt. Sie sucht auf dem Gewässergrund nach Süßwassermuscheln, die eine wichtige Rolle im Ökosystem einnehmen: Sie halten das Wasser sauber und bieten diversen Fischarten einen Platz zum Laichen. Doch auch in bayerischen Seen sind die Muscheln bedroht. Alle Mitglieder der „Lischkapelle“ haben ihre Wurzeln im Chiemgau und der Chiemsee zieht sie auch heute noch magisch an: als Inspirationsquelle für Texte, zum Fotoshooting und für Konzerte. Sie verwenden zwar traditionell bayerische Instrumente wie die Ziach, Tuba und Posaune, doch längst sind sie in der Pop-Musik angekommen.

May 30, 2021 43m
E8

Seenflimmern: Der Tegernsee

„Die magische Kraft des Tegernsees hat mich in den Bann gezogen“, sagt der Fotograf Chris Tille. Jahrelang reiste er im Auftrag von großen Unternehmen durch die Welt, bis er eines Tages entschied, die Seenoberfläche als Leinwand seiner Fotografien zu betrachten. Seit zwölf Jahren fotografiert Chris Tille den Tegernsee konsequent. Dabei stößt er in die Tiefe von Makrowelten vor und findet in Wellenformen, Lichtreflexen und Spiegelungen kunstvolle Botschaften: „Der See malt sein eigenes Bild, jede Millisekunde aufs Neue“. Alv Kintscher ist der Geheimtipp unter den „Interior-Designer*innen“, nicht nur im Tegernseer Raum. Internationale Größen aus Wirtschaft und Kultur lassen sich von ihm ihre privaten Rückzugsorte gestalten. Sein Merkmal: Er arbeitet mit natürlichen Materialien und benutzt für seine Einrichtungen Fundstücke aus dem See oder den Bergen um den See. Gerade das Wilde, Unperfekte ist in seinen Augen pure Schönheit. Im Kontrast mit klaren modernen Linien schafft er ein oberbayerisches Design, das nicht heimelig wirkt. „Modern Nature“ nennt er das, meist auch mit Spuren vom Tegernsee. Wenn Regina Glas in die Luft gehen kann, dann ist sie glücklich. Seit ihrer Kindheit hat sie immer vom Fliegen geträumt. Inzwischen ist sie eine der besten Drachenfliegerinnen der Welt und außerdem Team-Chefin der deutschen Nationalmannschaft. Auf Reisen mit ihrem Drachen hat sie viele schöne Landschaften gesehen, aber am Wallberg hoch überm Tegernsee zu starten, das sei unvergleichlich, „wie Heimkommen“. „Der See gibt mir seine ganz eigenen Zeichen. Wenn der Wind abflaut, dann flimmert alles – Seenflimmern, schwer zu beschreiben, unglaublich schön“. Gmund ist ein Ort am Tegernsee. Aber Gmund steht auch für Papierkultur seit 1829. Das hochwertige Papier aus der alteingesessenen Fabrik beschert dem Ort immer wieder einen Hauch von Hollywood-Glamour, denn hier werden die Oscar-Umschläge gefertigt. Florian Kohler ist Papiermacher in vierter Generation und nicht nur stolz auf das in

May 30, 2021 43m
E9

Traumreise Götakanal – Mit dem Schiff durch Schweden

Einmal mit dem Schiff quer durch Schweden – von Göteborg nach Stockholm. Das ist für viele ein Traum. Der Wasserweg von etwas mehr als 600 Kilometern verbindet die beiden größten Städte des Landes. Der Götakanal macht rund 190 Kilometer der Strecke aus, von Sjötorp nach Mem. Auf einem der alten Kanaldampfer begleiten ARD-Skandinavien-Korrespondent Christian Stichler und seine Kollegin Tatjana Reiff Passagiere und Crew an Bord der M/​S „Juno“ an vier Tagen und drei hellen Nächten durch den schwedischen Sommer. Start der Reise ist Göteborg. Kapitän Pierre Dacke auf der Brücke der „Juno“ ist ein Routinier. Trotzdem ist die Fahrt auf dem Kanal an den engen Stellen immer wieder eine Herausforderung. Auch Kreuzfahrtleiterin Anna Lindvsll, Mitte 20, ist auf dem Schiff fast schon zu Hause. Zunächst geht es über den Göta älv in Richtung Vänern, dem größten See Westeuropas. Die ersten großen Schleusen werden passiert. Langsam kommt die Festung Bohus in Sicht. Die Schleusentreppe von Trollhättan ist der erste Höhepunkt der Reise, 32 Meter Höhenunterschied durch vier Kammern. Im Sommer Treffpunkt von vielen Automobilveteranen und -veteraninnen. Schließlich wurden hier in den Saab-Werken jahrzehntelang Kultautos produziert. Am Abend des ersten Tages erreicht die „Juno“ schließlich den Vänern. An dessen südlichem Seeufer liegt das mehr als 400 Jahre alte Schloss Läckö, eines der schönsten in Schweden. Die Passagiere sind beim Mittsommerfest dabei, wenn die kürzeste Nacht des Jahres gefeiert wird. Am nächsten Morgen beginnt die „Juno“ mit der Einfahrt in den eigentlichen Götakanal bei Sjötorp. 190 Kilometer, 58 Schleusen und 50 Brücken liegen jetzt vor den Reisenden. Der Kanal ist ein kulturhistorisches Baudenkmal und im Sommer ein wichtiger Wasserweg. Am Ende von Tag zwei erreicht die „Juno“ Motala, die Kanalstadt am Vättern. Von hier aus wurde die Idee des Kanals vor fast 200 Jahren vorangetrieben. Inzwischen ist in vielen Schleusenwärterhäuschen neues Leben eingezogen. Der Somm

Jun 6, 2021 89m
E12

Die Provence – Frankreichs leuchtender Süden

Die Provence im Südosten Frankreichs ist für viele Menschen ein Sehnsuchtsort: Romantische Bergdörfer, lila blühende Lavendelfelder, türkisblaue Meeresbuchten – und das alles beschienen vom milden Licht des Südens. Diese Kombination hat seit je her Maler*innen, Schriftsteller*innen und Lebenskünstler*innen in die Region zwischen Rhonetal und Italien gelockt. Und Abenteuersuchende. Denn inmitten der Provence befindet sich die größte Canyon-Schlucht Europas: die Gorges du Verdon. Auf einer Länge von 21 Kilometern und bis zu 700 Meter tief bietet sie Abenteuer und Herausforderungen en masse. Ganz unten rauscht der namensgebende Fluss Verdon, durch dessen Wildwasser sich Extremsportler*innen auf kleinen „Hydrospeed“-Brettern kämpfen. Ohne ortskundige Führer*innen wie Jean Phillipe kann der Nervenkitzel lebensgefährlich werden. Doch auch er und sein Team müssen eingangs der Saison die Strecke neu erkunden, bevor sie hier Ungeübte ins Wasser lassen. Denn der Parcours ändert sich: Ständig stürzen Felsbrocken oder Bäume in den Fluss und schaffen immer neue Hindernisse, Stromschnellen und Grotten. Wenn sich ein Unfall mit Wildwasser-Paddlern oder-Paddlerinnen, Hochseilartisten oder Bergwandernden ereignet, muss die „G.R.I.M.P“- Einheit der Feuerwehr ran – spezialisierte Höhenretter, die selbst in 400 Meter hohen Steilwänden Leben retten. Ihren Einsatz müssen die Männer um Colonel Dossolin regelmäßig üben, damit es im Ernstfall schnell geht – auch wenn die Sicherheit Vorrang hat. Bei einer Übung wird der Nachwuchs-Feuerwehrmann Anthony Isnard 30 Meter in eine Steilwand herabgelassen, um von den Kollegen gerettet zu werden. Unter ihm die atemberaubende Verdon-Schlucht, 360 Meter tief… Das Geschäft mit dem Lavendel ist einer der Hauptwirtschaftszweige für die Menschen in der Provence. Viele traditionsreiche Familienbetriebe produzieren hier Öle, Seifen und Essenzen für die legendären Parfumhersteller von Grasse. Odile Tassi versucht in Clansayes, einem Dörfchen in der nördliche

Jun 20, 2021 44m
E13

Gartenreise: durch Südfrankreich

Die Reise führt durch die französische Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Vom Norden bis in den Süden. Hier verstecken sich viele Gartenschätze, eingebettet in die wunderbare Landschaft der Provence. Allerdings sind es hier keine Barockgärten, die jährlich eine Vielzahl von Besucherinnen und Besuchern anlocken. Da ist z. B. der Kräutergarten von La Garde-Adhemar, der sich von oben wie eine Sonne präsentiert. Geschaffen hat den ganzjährig für jede*n geöffneten Garten eine Anwohnerin dieses romantischen Städtchens, das zu den schönsten in Frankreich zählt. Die Gärten der alten Klosterruinen der Abbaye Saint André, gelegen gegenüber dem Papstpalast in Avignon, verknüpfen liebevoll Garten mit Historie. Der Garten vom Château Val Joanis ist der gelungene Versuch, barocke Gestaltungsprinzipien modern zu interpretieren. In Château Gourdon wird’s dann noch formaler. Eigentlich handelt es sich hier um einen Barockgarten, doch er zeigt sich nicht so, wie es für diese Epoche üblich war. Die alte Wehranlage erstreckt sich über drei Terrassen und kleidet sich vorwiegend in Grün. Auch weitläufige und naturnahe Gärten wie die der Domaine du Rayol, die zum Genießen und zu mehr gärtnerischer Gelassenheit einladen, sind Teil der Gartenreise durch Frankreich. Ein weiterer Abstecher führt in einen spektakulären Privatgarten, den eine provenzalische Landschaftsarchitektin angelegt hat, den Garten der Abbaye Sainte Marie de Pierredon. In St. Rémy kann man auf den Spuren van Goghs wandeln, die Architektur genießen und die Nervenheilanstalt besuchen, in der der Künstler seine letzten Jahre verbrachte und etliche Werke geschaffen hat.

Jun 20, 2021 44m

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