Bosporus
Bosporus

Bosporus

Sep 2010
Ended

Overview

Istanbul verwirrt und verzaubert zugleich. Die fünfteilige Reihe „Bosporus“ zeigt nicht nur die Schönheit und das Flair dieser einzigartigen Metropole, sondern auch die Widersprüche und die Energie, die von dieser rasant gewachsenen Region am Wasser ausgehen.

German
E1

Rush Hour

Glaubt man den Einwohnern von Istanbul, dann gibt es ein Phänomen über das alle stöhnen: den Verkehr. „Trafik – Problem – Istanbul“: Auf diese Gleichung bringen es die Taxifahrer. Kai Strittmatter arbeitet seit fünf Jahren als Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in Istanbul. Er zeigt am konkreten Beispiel die Absurdität des „blechernen“ Alltags der Metropole am Bosporus und nimmt die Zuschauer mit auf eine Odyssee zum Flughafen – mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Burhan Demircan ist eine Legende unter Istanbuls Straßenverkäufern. Er hat es vom Sesamkringelhändler bis zur eigenen Fernsehshow gebracht und profitiert wie Zehntausende seiner Kollegen von der enormen Verkehrsdichte der Stadt. Demircan verkauft allerdings nicht zwischen den ständig hupenden Autos, sondern hat sich auf die Schiffe spezialisiert. Auch der Lotse Ali lebt vom Betrieb auf dem Wasser. Er lenkt bis zu 300 Meter lange Schiffsriesen mit gefährlichen Gütern durch die enge und gefährliche Wasserstraße zwischen Marmara-Meer und Schwarzem Meer. Um das Nadelöhr zu entlasten, sollte 2010 die Metrolinie fertig sein, die auf dem Meeresgrund den Bosporus unterquert. Doch – wie so oft in dieser Stadt – stellte sich die Antike der Moderne in den Weg. Bei den Bohrungen zum Marmaray-Tunnel wurde der antike Hafen von Theodosius entdeckt, der das Projekt verzögert. Doch im Jahr 2013 – zum 90. Geburtstag der Republik Türkei – soll der Tunnel nun aber vollendet sein. (Text: arte)

Sep 27, 2010 45m
E3

Boomtown

Der Moloch Istanbul hat ein chaotisches Wachstum erlebt. Die Einwohnerzahlen sind von etwa 2,7 Millionen im Jahr 1980 auf über zehn Millionen im Jahr 2007 gestiegen. Aktuelle Schätzungen gehen von 13 Millionen aus. Eine unübersehbare Folge dieser Entwicklung ist ein Bauboom, der ohne jegliche Stadtentwicklungsplanungen auskommen musste. Nur 40 Prozent der Gebäude in der Türkei entstehen mit einer amtlichen Baugenehmigung, davon werden wiederum nur zehn Prozent von Architekten geplant. „Gecekondu“ heißen die meist über Nacht hochgeschossenen ärmlichen Vorstadtviertel. In Flughafennähe entsteht „The Bosphorus City“. Auf einer der größten Baustellen Europas entsteht eine neue Wohnsiedlung für mindestens 10.000 Menschen. Das sie durchziehende Wasserbassin symbolisiert dabei den Bosporus. Jean-François Perouse, ein Stadtforscher, der seit elf Jahren in Istanbul zu Hause ist, nennt es schlicht Kitsch. Die Innenarchitektin Zeynep Fadillioglu ist die erste Frau, die eine Moschee gestaltet hat, das könnte Signalcharakter für die islamische Welt haben. Sie ist am Bosporus aufgewachsen, direkt am Wasser. Hakan Kiran, der Stararchitekt aus der Vorstadt Göktürk, hat dem Zentrum Istanbuls den Rücken gekehrt – aus Angst vor den Erdbeben. Und die Roma von Sulukule wurden aus ihrem alten Stadtviertel vertrieben, sie mussten Platz machen für Neues. Die Dokumentation schildert Szenen aus dem Leben einer Stadt, die scheinbar unkontrolliert aus den Nähten platzt. (Text: arte)

Sep 29, 2010 45m
E5

Deutschländer

Eine Trendwende hat eingesetzt. Die dritte Generation der Migranten, die Enkel der Gastarbeiter, verlassen zunehmend Deutschland, gehen zurück in ihre vermeintliche Heimat, die Türkei. Istanbul ist ein begehrtes Ziel für die „Deutschländer“, wie sie sich nennen. Asuman kommt aus Berlin, hat sechs Jahre in Hawaii studiert und in Deutschland keinen passenden Arbeitsplatz gefunden. Vor zweieinhalb Jahren ist sie zurückgekommen, arbeitet bei der ältesten Tageszeitung Cumhurriyet als Online-Redakteurin – wegen besserer Berufsaussichten. Dank ihrer guten Ausbildung bekommen die jungen Türken in der neuen alten Heimat eher einen Job, die Aufstiegschancen sind besser. Jeder dritte deutsch-türkische Student plane seine Karriere mittlerweile in der Türkei und nicht in Deutschland, so geht es aus einer Studie des Dortmunder „Futureorg Institut“ hervor. Auf der Dachterrasse des Restaurants Teras6 treffen sich die Auswanderer zum Stammtisch. In unregelmäßigen Abständen versammelt Cigdem Akkaya interessierte Schicksalsgenossen. Mittlerweile umfasse ihr Verteiler mehr als 1000 Personen. Und dabei ist die Idee noch keine fünf Jahre alt … Stammgast beim Stammtisch ist normalerweise auch Sükriye Dönmez, Schauspielerin aus Kreuzberg, die in Istanbul nach einer Hauptrolle sucht. Erdogan Altindis ist seit 14 Jahren zurück aus München. 35 Jahre hat er in Deutschland gelebt, seine Kinderlähmung behandeln lassen und Architektur studiert. Die einzigartige Aussicht setze bei ihm die Energie frei, die er braucht, um seine sehr erfolgreiche Agentur weiterzubringen. Istanbul gehöre die Zukunft, meint der kreative Kopf. (Text: arte)

Oct 1, 2010 45m

Similar Shows

Discover more